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Hygieneplan LBZB - Covid 19

 

Umgang mit COVID-19 bzw. SARS-CoV-2

In der Einrichtung


1.

Allgemeines

Besonders betroffen von schweren Erkrankungen durch SARS-CoV-2 sind ältere Menschen und Personen mit chronischen Grunderkrankungen. Daher sind Maßnahmen zum Schutz dieser vulnerablen Gruppen von besonderer Bedeutung.

2.

Erreger

Coronaviren

- Können sowohl Menschen als auch verschiedene Tiere infizieren

- Verursachen beim Menschen verschiedene Krankheiten

• gewöhnliche Erkältungskrankheiten

• gefährliche Krankheiten wie

• SARS (= Severe Acute Respiratory Syndrome)

• MERS (= Middle East Respiratory Syndrome)

- Neuartiges Coronavirus wird als SARS-CoV-2 bezeichnet

- Die Erkrankung durch SARS-CoV-2 wird als Covid-19 bezeichnet (Coronavirus disease 2019)

- Der Erreger SARS-CoV-2 ist der Risikogruppe 3 zugeordnet

Risiko-/Komplikationsfaktoren

- Lebensalter ab 50 Jahre

- Herzkreislauferkrankungen

- Diabetes

- Grunderkrankungen des Atmungssystems, der Leber, der Niere, Krebserkrankungen

- Multimorbidität (mehrere Grunderkrankungen gleichzeitig)

- Unterdrücktes Immunsystem (z.B. aufgrund Erkrankung, Immunschwäche, Medikamente)

Krankheitssymptome

- Husten

- Schnupfen

- Halskratzen

- Muskel- und Gelenkschmerzen

- Fieber

- Atemnot

- Einige Betroffene leiden auch an Durchfall oder Geschmacksverlust

- Bei nicht besonders anfälligen Personen eher milder Krankheitsverlauf

- Teilweise unbemerkt

- Milde Verläufe

Übertragungswege

Übertragung durch Sekrete des Respirationstraktes

- Direkt / "Tröpfcheninfektion":

- Tröpfchen

- Aerosole

Indirekt / "Kontakt-/Schmierinfektion":

- kontaminierte Oberflächen

- Handkontakte

- fäkal-oral (bisher noch nicht abschließend geklärt)

Impfungen und Therapie

- Ein Impfstoff steht bisher nicht zur Verfügung

- Eine spezifische antivirale Therapie steht bisher nicht zur Verfügung

- Symptomatische Therapie:

• Sauerstoffgabe

• Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes

• Ggf. Antibiotikagabe zur Behandlung einer bakteriellen Begleitinfektion

Meldepflicht

- Gemäß der Verordnung über die Ausdehnung der Meldepflicht nach § 6 (1) S. 1 Nr. 1 und § 7 (1) S. 1 des Infektions­schutz­gesetzes auf Infektionen mit dem erstmals im Dezember 2019 in Wuhan/­Volksrepublik China aufgetretenen neuartigen Coronavirus ("2019-nCoV") (CoronaVMeldeV) ist der Verdacht einer Erkrankung, die Erkrankung sowie der Tod in Bezug auf eine Infektion, die durch das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) hervorgerufen wird, meldepflichtig.

- Die Meldung des Verdachts einer Erkrankung hat nur zu erfolgen, wenn der Verdacht nach dem Stand der Wissenschaft sowohl durch das klinische Bild als auch durch einen wahrscheinlichen epidemiologischen Zusammenhang begründet ist. Die vom Robert Koch-Institut veröffentlichte Empfehlung zur Verdachtsabklärung ist zu berücksichtigen.

- Meldepflichtig sind nicht nur Ärzte, sondern auch Angehörige eines anderen Heil- oder Pflegeberufs und Leiter von Einrichtungen (vgl. § 36 Abs. 1 Nr. 1-6, u.a. Schulen, Kindergärten, Pflegeeinrichtungen, Altenheimen und sonstigen Massenunterkünften). Gerade in diesen Bereichen ist die Meldepflicht wichtig, um frühzeitig Ausbrüche von COVID-19 zu erkennen und Maßnahmen zum Schutz vulnerabler Gruppen einleiten zu können.

- Die namentliche Meldung muss unverzüglich erfolgen und dem zuständigen Gesundheitsamt spätestens 24 Stunden, nachdem der Meldende Kenntnis erlangt hat, vorliegen. Eine Meldung darf wegen einzelner fehlender Angaben nicht verzögert werden.

3.

Hygienemaßnahmen allgemein

Ziele

- Schutz besonders empfänglicher Personen

Maßnahmen, die von jedem beachtet werden sollten (auch Mitarbeiter privat):

Händehygiene

- häufiges und regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife (mind. 20 Sek.)

- nach Kontakten mit häufigen gemeinsam benutzten Berührungspunkten (z.B. Türklinke, Fahrstuhlknöpfe, Griffe)

- nachdem man von draußen kommt

- vor dem Essen

- Berührungen im Gesicht, insbesondere Mund und Nase vermeiden ("Hände-aus-dem-Gesicht!")

- Für Personal "im Dienst": Händedesinfektion

- Für medizinisch-pflegerisches Personal sind wie gewohnt die 5-Momente-der-Händedesinfektion zu beachten

- Händedesinfektionsmittel-Wirkbereich: "begrenzt viruzid", "begrenzt viruzid plus" oder "viruzid"

Husten- und Nies-Etiquette

- Abdecken von Mund und Nase während des Hustens oder Niesens, z.B.:

mit Ellenbeuge

mit Einmaltaschentuch; hinterher Händewaschen/Händedesinfektion!

bei häufigem Husten-/Niesreiz in Anwesenheit anderer Personen (wenn nicht vermeidbar) ggf. Mund-Nasen-Schutz benutzen

- Einmaltaschentücher o.ä. bereithalten

- Materialien, die zum Abdecken von Mund und Nase verwendet wurden sind nach Gebrauch sofort zu entsorgen oder zu desinfizieren

- Bei der Benutzung von Schutzmasken (FFP2) besteht der sinnvollste Schutz, wenn der Infizierte diesen trägt, um eine Streuung in die Umgebung zu verhindern

- Auf dem gesamten Gelände des LBZB besteht die Pflicht einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen

Abstandhalten und Kontakteingrenzung/-vermeidung

- Gilt sowohl als Fremd- und als Eigenschutz

- Abstand zu anderen Personen halten (> 1,5 - 2 m), um eine direkte Übertragung durch Tröpfchen zu vermeiden

- Vermeidung von Kontakten zu besonders gefährdeten bzw. empfänglichen Personen (siehe Risikofaktoren)

- Keine Teilnahme an oder Einschränkung von Aktivitäten in Abhängigkeit von der lokalen Situation und aktuellen Vorschriften

- Besuchsregelungen treffen, ggf. Besuche einschränken

- Keine Begrüßungen, Umarmungen, kein "Abküssen"

4.

Organisation von Hygienemaßnahmen

- Einrichtungsbezogenes Kriseninterventionsteam organisieren

• Bestehend aus z.B.: Hygienebeauftragte(r), Gesamtverantwortliche, Schulleitung, Ltg. Abtlg. 3, Internatsleitung, Wirtschaftsleitung, und weitere Entscheider

- Einschätzung der Sachlage

- Gefährdungsbeurteilung und Ableitung von Interventionsmaßnahmen vornehmen

- Unterweisung des Personals und ggf. weiterer Beteiligte

- Materialbeschaffung (PSA, Desinfektionsmittel etc.)

- Organisation des Personaleinsatzes

5.

Besuchermanagement

Stationär

- ein Besuchsmanagement etablieren. Dazu gehören Abklärungs- und Regelungspunkte wie:

• Informationsweitergabe (incl. Beschilderungen und Aushänge über Maskenpflicht, Appell an Selbsteinschätzung über mögliche Übertragungsrisiken und ggf. Besuchsverzicht)

• Einweisung der Besucher in Schutzmaßnahmen (Händehygiene, Husten-/ Niesetikette, Abstandhalten,

• Personalschulungen (Mitarbeiter müssen informiert sein, wie sie mit Besuchern kommunizieren und umgehen sollen/wie sie einweisen sollen)

• Besonders empfängliche Bewohner und Bewohnerinnen mit den Sorgeberechtigten besprechen und dort die Regelungen besonders konsequent einhalten bzw. individuelle Regelungen treffen

• Alternativen anbieten (z.B. über Telekommunikation)

• Besuchsbeschränkung auf ein notwendiges Maß

• Eine Abklärung und Abstimmung über Regelungen mit den Gesundheitsbehörden ist sinnvoll, v.a. bei Unsicherheiten. Bei begründeten Verdachtsfällen oder bei einem bestätigten Fall muss das kommunale Gesundheitsamt über die Meldepflicht zwingend einbezogen sein und gibt weitere Maßnahmen vor.

Ambulant

- Beratung der Schülerinnen und Schüler und Angehörigen über mögliche Kontakteingrenzung und Verhaltensregeln

- Personalfluktuation vermeiden, Personenkreis eingrenzen


6. Schutzmaßnahmen


Allgemein

- Abstandhalten (> 1,5 - 2m), wo immer es geht (!!)

- Wenn möglich, im Direktkontakt Vereinbarung von Verhaltensregeln wie Hustenpausen, Wegdrehen, nicht Schreien, ggf. Tätigkeiten von Hinten durchführen etc.)

- Aufstellen von Barrieremaßnahmen wie z. B. Acrylglasscheiben o. ä.

- Verbindliches Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf dem LBZB Gelände

- Beim Auftreten von Atemwegserkrankungen oder fieberhaften Erkrankungen mit Verdacht, sollte eine Abklärung auf SARS-CoV-2 durch die Sorgeberechtigten erfolgen.

- Mitarbeiter mit akuten Atemwegserkrankungen sollten zu Hause bleiben

- Hände-Desinfektionsmittel verfügbar machen

- Persönliche Schutzausrüstung verfügbar machen

- Kontaminierten Abfall im Zimmer abwerfen und mittels Doppelsackmethode entsorgen

Persönliche Schutzausrüstung

- Verwendung Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) (Selbstschutz) gemäß Hygieneplan und Arbeitsschutzregelungen als Barrieremaßnahmen:

- Situationsangepasst/indikationsgerecht und ressourcenschonend

- Ressourcenschonender Umgang und Einsatz von PSA:

- Handschuhe

- Schutzkittel

- Mund-Nasen-Schutz (MNS)

- Ggf. Atemschutzmaske (Typ FFP2) bei aerosolbildenden Maßnahmen

- ! MNS/FFP-Masken bei Durchfeuchtung ersetzen!

- Beim Umgang mit PSA Kontaminationen des Trägers und der Umgebung vermeiden

- Anlegen mit desinfizierten Händen → Kontaminationen der Masken-Innenseite vermeiden

- Schutzmaske während des Tragens nicht außen berühren

- Berührungen im Gesicht (z.B. beim Abnehmen der Maske) nur nach Händedesinfektion

- ! Nach Handschuhausziehen stets Händedesinfektion!

Es ist darauf zu achten, dass Mund und Nase komplett bedeckt sind (möglichst dicht anliegend) und dass der Schutz nach der Benutzung entweder entsorgt oder bei mindestens 60 °C gereinigt wird (ggf. nach Trocknung bügeln zwecks thermischer Erregerreduktion).

- Selbst genähte Mund-Nasen-Schutze werden vom LBZB in ausreichendem Maß zur Verfügung gestellt.


7.

Maßnahmen der Infektionsprävention im Schul-, Internats- und Ausbildungsbereich

Risikogruppen

- Einhaltung der Basishygiene

- Mitarbeiter tragen FFP2 -Masken bei Schülerinnen und Schülern, die die Abstands- und Hygieneregelungen nicht einhalten können

- bei zu erwartender Kontamination der Kleidung, Tragen eines Schutzkittels

- situationsbedingtes Tragen von Einmalhandschuhen (bei zu erwartenden Kontakt zu Ausscheidungen und invasiven Tätigkeiten)

- situationsbedingtes Tragen von Schutzbrille/Visier

Wiederaufnahme

- Monitoring bei Schul-, Internats- und Ausbildungsbeginn (Fieber messen, Befragung des Gesundheitszustands und Begutachtung)

- Dokumentation in der Akte der Med. Ambulanz.

Reinigung und Desinfektion von Flächen

gemäß Hygieneplan; im Zusammenhang mit COVID-19 insbesondere:

- Flächen mit häufigem Hand- und Hautkontakt mehrmals tägl. desinfizieren

- Kontaminierte Flächen sofort desinfizieren

- Flächendesinfektionsmittel mit dem Wirkbereich: "begrenzt viruzid", "begrenzt viruzid plus" oder "viruzid"

Räume

- Häufiges, mehrfach tägliches Lüsten der Räume

- Anzahl der anwesenden Personen entsprechend der jeweiligen Raumgröße und individuellen Fähigkeiten der Befolgung der o. g. Regeln einzeln beurteilen und festlegen

- Pausen- und Wegepläne erarbeiten und veröffentlichen

- Regelungen für die Nutzung von Sanitärräumen sind erarbeitet

Medizinprodukte

- Medizinprodukteaufbereitung gem. KRINKO-Empfehlung (2012): Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten

- Möglichst personengebundene Benutzung von Medizinprodukten und Arbeitsmaterialien, sonst Desinfektion oder Einmalprodukt

Abfallentsorgung und Wäsche

- Abfälle im Zusammenhang mit Erregern werden als kontaminierter Abfall entsorgt, d. h. bei der Entsorgung sind kleine Plastiksäcke zweckmäßig, die zugeknotet aus dem Zimmer geschafft und großen Sammelbehältnissen zugegeben werden.

- Kittel und Handschuhe sind in berührungsfrei zu öffnende geeignete Behälter mit Deckel zu entsorgen.

- Wäsche wird bei 60 Grad mit einem desinfizierenden Waschmittel gewaschen.

Küche

- Nach den landesspezifisch, aktuell gültigen Hygienevorgaben organisieren (z. B. kein Buffet

- Geschirr in geschlossenem Transportbehältnis direkt der Aufbereitung zuführen

Quarantäne

- fester Quarantänebereich ist ausgewiesen

- Unterbringung und Schutzmaßnahmen bei erkrankten Bewohnern

- Einzelunterbringung in gut belüftbarem Zimmer, mit eigener Nasszelle

- verpflichtende Abholung, bzw. Abreise von Personen mit Verdachtssyptomatiken


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